Für viele Menschen ist die Arbeit im Ausland vor allem mit den Sommermonaten verbunden. Tatsächlich eröffnen sich jedoch gerade nach der Urlaubssaison besonders vielfältige Verdienstmöglichkeiten in Westeuropa. Die Nachfrage nach Arbeitskräften in Deutschland und den Niederlanden nimmt von September bis Dezember deutlich zu. Gründe dafür sind unter anderem die saisonale Entwicklung im Handel, das bevorstehende Weihnachtsgeschäft und der Abschluss von Industrieprojekten zum Jahresende. Arbeitgeber in unseren westlichen Nachbarländern suchen intensiv nach Arbeitskräften und bieten dabei attraktive Löhne, verschiedene Schichtzulagen und stabile Arbeitsbedingungen.
Wer einen Arbeitsaufenthalt im Ausland plant, sollte sich mit der saisonalen Entwicklung des Arbeitsmarktes vertraut machen. Der Bedarf an Arbeitskräften verändert sich von Monat zu Monat und eröffnet dadurch Beschäftigungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Branchen. Im Folgenden zeigen wir chronologisch, wie sich die Rekrutierung im Herbst entwickelt und in welchen Bereichen die Chancen auf eine Beschäftigung besonders gut sind.
September: Übergangsphase – Abschluss der Erntesaison und erste Vorbereitungen in den Lagern
Der September ist ein Übergangsmonat, in dem die klassischen Sommerbranchen langsam von den Vorbereitungen auf die kommende Hochsaison abgelöst werden. In der Landwirtschaft und im Gartenbau laufen die letzten intensiven Arbeiten auf den Feldern, während in den Logistikzentren erste Vorbereitungen für die bevorstehende Hochsaison im Handel beginnen.
In den Niederlanden steht im September vor allem die Arbeit in Gewächshäusern mit Blumen im Mittelpunkt, beispielsweise bei Chrysanthemen für die Herbstsaison. Auch das Sortieren von Blumenzwiebeln sowie die Ernte von Obst wie Äpfeln und Birnen und von Freilandgemüse spielen eine wichtige Rolle. In Deutschland sind unter anderem Ernten von Kürbissen und Kohl sowie in einigen Regionen die Weinlese gefragt. Gleichzeitig beginnt bereits in der zweiten Septemberhälfte die erste Rekrutierungsphase für Lager, in denen feste Teams für die bevorstehende Paket-Hochsaison zusammengestellt werden.
- Landwirtschaft und Lebensmittelbranche: Ernte von Äpfeln, Birnen und Gemüse sowie Pflege von Zierpflanzen.
- Lebensmittelverarbeitung: Betriebe der Obst- und Gemüseverarbeitung sowie Verpackungslinien für frische Produkte.
- Logistikvorbereitung: Annahme und Einlagerung von Waren vor der Hauptsaison in Distributionszentren.
Oktober: Höhepunkt der Rekrutierung in Logistik, E-Commerce und Paketsortierung
Im Oktober nimmt die Aktivität auf dem Arbeitsmarkt im Ausland deutlich zu. In dieser Phase konzentriert sich die Nachfrage insbesondere auf den Onlinehandel und die Logistikzentren. Sowohl in den Niederlanden, die als logistisches Tor Europas gelten, als auch in Deutschland bauen große Handelsunternehmen und E-Commerce-Plattformen ihre Lagerteams deutlich aus.
Besonders gesucht werden in diesem Zeitraum Kommissionierer (Order Picker), Gabelstaplerfahrer, darunter Fahrer von Schubmaststaplern (Reach Trucks) und Frontstaplern, sowie Mitarbeiter in Paketsortierzentren und Qualitätskontrolleure. Viele Zeitarbeitsagenturen bieten im Oktober zudem spezielle Willkommensprämien oder eine hohe Stundenzahl an. Dadurch können Arbeitnehmer ihre Einnahmen vor der Wintersaison erhöhen.
Besonders gefragte Stellen im Oktober:
- Kommissionierer (Order Picker): Zusammenstellung von Bestellungen mithilfe von Sprachsteuerung (Voice Picking) oder Handscannern.
- Mitarbeiter in der Paketsortierung: Be- und Entladen sowie Scannen von Paketen in Logistik- und Verteilzentren von Kurierdiensten.
- Gabelstaplerfahrer: Arbeit in Hochregallagern, insbesondere als Schubmaststaplerfahrer – eine Position, für die häufig ein höherer Stundenlohn gezahlt wird.

November: Die letzte Gelegenheit für eine schnelle Einstellung – Boom in Lebensmittelindustrie, Produktion und Einzelhandel
Der November ist die arbeitsintensivste Phase vor Black Friday, Cyber Monday und dem Weihnachtsgeschäft. Für Menschen, die kurzfristig eine Beschäftigung suchen, ist dies eine besonders aktive Zeit. Bewerbungsverfahren können teilweise verkürzt werden, da Unternehmen schnell zusätzliche Arbeitskräfte benötigen.
In diesem Monat steigt die Nachfrage nicht nur in den Bereichen Lagerung von Elektronik und Bekleidung, sondern auch in der Lebensmittelindustrie und Produktion. Schokoladenfabriken, Großbäckereien, Fleischbetriebe und Fischverarbeitungsunternehmen in den Niederlanden und Deutschland arbeiten mit hoher Auslastung, um das Weihnachtsgeschäft vorzubereiten. Gesucht werden unter anderem Verpacker, Maschinenbediener und Produktionshelfer.
Deutschland vs. Niederlande im Herbst: Vergleich von Löhnen, Unterkunft und Zusatzleistungen
Sowohl Deutschland als auch die Niederlande bieten attraktive Arbeitsbedingungen. Dennoch gibt es einige Unterschiede bei der Organisation der Beschäftigung und der Vergütung:
- Löhne und Zuschläge: In Deutschland gilt ein gesetzlicher Mindestlohn von 13,90 Euro brutto pro Stunde. In vielen Branchen liegen die tariflichen Löhne darüber. In den Niederlanden gilt für Arbeitnehmer ab 21 Jahren ein einheitlicher gesetzlicher Mindestlohn von 14,99 Euro brutto pro Stunde. Im Herbst kommen häufig Zuschläge für Schichtarbeit, Wochenendarbeit und Überstunden hinzu. Bei Wochenendarbeit können die Zuschläge je nach Arbeitgeber und Tarifregelung beispielsweise 150–200 % betragen.
- Unterkunft und Arbeitsweg: In den Niederlanden stellen Zeitarbeitsagenturen häufig Unterkünfte zur Verfügung, die nach den geltenden SNF-Standards zertifiziert sind. Teilweise wird auch ein kostenloser Transport zum Arbeitsplatz angeboten, beispielsweise mit Firmenfahrzeugen oder E-Bikes. In Deutschland sind Unterkünfte für Arbeitnehmer in der Nähe des Arbeitsplatzes ebenfalls verbreitet. Einige Arbeitgeber setzen jedoch voraus, dass die Mitarbeiter über ein eigenes Fahrzeug verfügen.
- Sprachkenntnisse: Der niederländische Arbeitsmarkt ist vergleichsweise offen für Bewerber mit Englischkenntnissen. In vielen Lagern und Produktionsbetrieben ist es möglich, ausschließlich mit Englisch zu arbeiten. In Deutschland werden Deutschkenntnisse häufiger vorausgesetzt. Gleichzeitig gibt es insbesondere in der Logistik und Produktion auch zunehmend Stellen, bei denen keine Fremdsprachenkenntnisse erforderlich sind.
Fazit: Arbeiten in Deutschland und den Niederlanden im Herbst – wie lässt sich der Arbeitsaufenthalt am besten planen?
Die Herbstmonate gehören zu den aktivsten Phasen des Jahres auf dem Arbeitsmarkt. Wer schnell eine Beschäftigung aufnehmen und von einer hohen Zahl an Arbeitsstunden profitieren möchte, findet insbesondere zwischen September und November zahlreiche Möglichkeiten in Deutschland und den Niederlanden. Logistik, Lebensmittelproduktion und E-Commerce bieten dabei verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten und teilweise zusätzliche Schicht- und Wochenendzuschläge.
Um die Chancen auf eine passende Stelle zu erhöhen, sollte man nicht bis zur letzten Minute warten. Am besten bewirbt man sich 2–3 Wochen im Voraus, bereitet die notwendigen Unterlagen vor und legt fest, welches Zielland und welche Arbeitsbedingungen infrage kommen. Aktuelle Stellenangebote finden sich auch auf dem Portal europa.jobs, wo zahlreiche Stellenangebote in Polen und im Ausland veröffentlicht werden. Wer bei der Wahl der Schichten flexibel ist und frühzeitig mit der Jobsuche beginnt, kann sich vor dem Jahresende eine zusätzliche finanzielle Rücklage aufbauen.
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FAQ
1. Wann ist der beste Zeitpunkt, um im Herbst nach Arbeit in Deutschland und den Niederlanden zu suchen?
Die meisten Stellenangebote werden in der Regel zwischen September und November veröffentlicht. Im September dominieren Stellen in der Landwirtschaft, im Gartenbau und in der Logistikvorbereitung. Im Oktober und November steigt die Nachfrage nach Arbeitskräften in Lagern, Paketsortierzentren, der Produktion und im E-Commerce.
2. In welchen Branchen findet man im Herbst am einfachsten Arbeit im Ausland?
Im Herbst gibt es besonders viele Stellenangebote in den Bereichen Logistik, Lagerhaltung, E-Commerce, Lebensmittelproduktion, Lebensmittelverarbeitung sowie Landwirtschaft und Gartenbau. Häufig gesucht werden unter anderem Kommissionierer, Mitarbeiter in der Paketsortierung, Gabelstaplerfahrer und Produktionshelfer.
3. Sind Deutsch- oder Niederländischkenntnisse für die Arbeit in Deutschland oder den Niederlanden erforderlich?
Nicht immer. In den Niederlanden gibt es viele Stellen in Lager und Produktion, für die Englischkenntnisse ausreichen. In Deutschland werden Deutschkenntnisse häufiger vorausgesetzt. Allerdings findet man insbesondere in der Logistik und Produktion auch Stellen, bei denen keine Fremdsprachenkenntnisse erforderlich sind.
4. Lohnt es sich, nur im Herbst in Deutschland oder den Niederlanden zu arbeiten?
Ja. Im Herbst steigt die Nachfrage nach Arbeitskräften, insbesondere im Vorfeld von Black Friday und des Weihnachtsgeschäfts. Für Menschen, die eine saisonale Beschäftigung suchen, kann dies eine Möglichkeit sein, für einige Monate zu arbeiten und bis zum Jahresende zusätzliche Rücklagen zu bilden.


