Working in a cold storage
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Arbeit im Kühlhaus im Ausland – Wie sieht die Arbeit bei niedrigen Temperaturen aus?

Die Lebensmittel-Logistik und -Verarbeitungsbranche in Westeuropa sucht kontinuierlich nach qualifizierten und motivierten Arbeitskräften. Unter den zahlreichen Stellenangeboten von Arbeitsagenturen in den Niederlanden, Deutschland, Belgien oder Norwegen finden sich regelmäßig Jobs in Kühlhäusern. Tätigkeiten in Kühl- und Tiefkühllagern gelten als körperlich anspruchsvoll, locken jedoch mit deutlich höheren Stundenlöhnen, einer garantierten Anzahl an Arbeitsstunden und attraktiven Sozialleistungen. Für viele Menschen wird eine legale Beschäftigung im Ausland in diesem Bereich zu einer stabilen Einkommensquelle.

Für Personen, die zum ersten Mal ins Ausland gehen, kann die tägliche Arbeit bei Temperaturen zwischen +4 °C und -25 °C zunächst viele Fragen aufwerfen. Wie sieht die Arbeit bei niedrigen Temperaturen in der Praxis aus? Wie ist der Arbeitstag eines Lagermitarbeiters unterhalb des Gefrierpunkts organisiert? Dieser Ratgeber beschreibt den gesamten Ablauf der Beschäftigung – von der Bewerbung und Einarbeitung über den Arbeitsalltag bis hin zu den langfristigen beruflichen Perspektiven, die eine Tätigkeit im Kühlhaus eröffnen kann.

Schritt 1: Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt und Onboarding – Untersuchungen, Thermokleidung und Arbeitsschutzschulungen

Die Vorbereitung auf die Arbeit im Kühlhaus beginnt bereits vor dem ersten Betreten der Lagerhalle. Da der regelmäßige Aufenthalt bei niedrigen Temperaturen besondere Anforderungen an den Körper stellt, umfasst eine professionelle Beschäftigung im Ausland einen umfassenden Einarbeitungsprozess. Dazu gehören insbesondere wichtige Sicherheitsmaßnahmen:

  • Arbeitsmedizinische Untersuchungen: Ein Arbeitsmediziner prüft sorgfältig, ob gesundheitliche Einschränkungen vorliegen. Dazu können beispielsweise chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Asthma, Rheuma, Gelenkbeschwerden oder wiederkehrende Atemwegsinfektionen gehören.
  • Auswahl zertifizierter Schutzkleidung: Der Arbeitgeber stellt die erforderliche Thermo- und Schutzkleidung zur Verfügung, die den geltenden europäischen Normen, unter anderem EN 342, entspricht. Dazu gehören mehrschichtige Funktionsunterwäsche, wärmende Arbeitshosen oder ein Thermoanzug, eine Sturmhaube, eine Tiefkühljacke, verstärkte Thermohandschuhe mit rutschhemmender Beschichtung sowie zertifizierte Sicherheitsschuhe mit isolierender Einlegesohle und Verbundstoffkappe.
  • Arbeitsschutzschulung und Sicherheitsverfahren: Neue Mitarbeiter lernen, erste Anzeichen einer Unterkühlung zu erkennen. Außerdem werden Notfallverfahren für das Öffnen von Toren und Schleusen sowie ergonomische Techniken zum Heben von Lasten in dicker Arbeitskleidung vermittelt.

Eine gründliche Vorbereitung sorgt dafür, dass die Arbeit im Kühlhaus von Anfang an sicher und gut organisiert durchgeführt werden kann.

Schritt 2: Beginn des Arbeitstages – Eintritt in den Kühlbereich, Einweisung und Akklimatisierung

Der Arbeitstag in einem Kühllager unterscheidet sich bereits beim Betreten des Betriebs von einer klassischen Logistikschicht. Nachdem sich die Mitarbeiter in der Umkleide mit der erforderlichen Schutzkleidung ausgestattet haben, nehmen sie an einer kurzen Einsatzbesprechung teil. Die Schichtleiter verteilen Aufgaben und stellen Scanner, Headset-Systeme sowie Gabelstapler oder Elektrohubwagen vom Typ EPT bereit. Anschließend folgen die vorgesehenen Akklimatisierungsmaßnahmen für die Arbeit bei niedrigen Temperaturen.

In modernen Logistikzentren gibt es spezielle Temperaturschleusen. Diese Übergangszonen verhindern, dass sich durch den Temperaturunterschied Nebel bildet oder Feuchtigkeit an der Kleidung und empfindlichen elektronischen Geräten kondensiert. Der Körper benötigt einige Minuten, um sich an die kältere Luft und den veränderten Atemrhythmus anzupassen.

Je nach gelagerter Ware lassen sich zwei grundlegende Arbeitsbereiche unterscheiden:

  • Fresh-Bereich (+2 °C bis +6 °C): Hier werden frisches Obst und Gemüse, Milchprodukte, Fisch und verpacktes Fleisch gelagert. In diesem Bereich ist leichtere Thermokleidung ausreichend, und die üblichen Pausenregelungen können eingehalten werden.
  • Freeze-Bereich / Tiefkühlbereich (-18 °C bis -25 °C): Dieser Bereich dient der Lagerung von Tiefkühlprodukten, Speiseeis und gefrorenen Convenience-Produkten. Hier ist ein spezieller Tiefkühlanzug erforderlich. Außerdem wird die Dauer des ununterbrochenen Aufenthalts in der Kälte besonders genau überwacht.

Durch diese Unterteilung können Arbeitsplätze in internationalen Logistikzentren besser an die individuellen körperlichen Voraussetzungen und die persönliche Verträglichkeit niedriger Temperaturen angepasst werden.

Mitarbeiterfluktuation

Schritt 3: Während der Schicht – Aufgabenverteilung, Arbeitsplatzrotation und regelmäßige Aufwärmpausen

Während des Arbeitsalltags stehen typische Prozesse der modernen Lieferkette im Mittelpunkt. Zu den häufigsten Tätigkeiten gehören die Kommissionierung von Bestellungen, die Qualitätskontrolle der Waren, das automatische Wickeln von Paletten sowie das Be- und Entladen von Umschlagplätzen. Eine gut organisierte Arbeit im Kühlhaus basiert dabei konsequent auf ergonomischen Grundsätzen.

Ein wichtiger Bestandteil der Arbeitsorganisation ist ein geregeltes Rotationssystem. Die konkreten Vorschriften für die maximale Aufenthaltsdauer bei niedrigen Temperaturen können je nach Land, Arbeitsplatz und Gefährdungsbeurteilung unterschiedlich ausfallen. Bei Tätigkeiten in Kühl- und Tiefkühlbereichen werden daher klare Regeln für die Schichtplanung festgelegt:

  • Bezahlte Kältepausen: Nach längeren Arbeitsphasen im Tiefkühlbereich können zusätzliche bezahlte Aufwärmpausen vorgesehen sein. Diese finden in speziell beheizten Sozialräumen, sogenannten Warm Rooms, statt.
  • Regelmäßiger Aufgabenwechsel: Die Mitarbeiter wechseln regelmäßig zwischen eher statischen Tätigkeiten, beispielsweise Etikettieren oder Scannen an einem festen Arbeitsplatz, und dynamischen Aufgaben. Dazu gehören etwa das Fahren eines Gabelstaplers mit beheizter Kabine oder die Kommissionierung in den Lagergängen. Dadurch lässt sich eine einseitige Auskühlung von Händen und Füßen vermeiden.
  • Kostenlose warme Getränke: In den Betriebskantinen oder Sozialräumen stehen den Mitarbeitern häufig heißer Tee, Kaffee, warme Suppen und andere Getränke zur Verfügung. Sie helfen dabei, während der Schicht ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen und sich aufzuwärmen.

Solche Maßnahmen tragen dazu bei, dass die Arbeit in der Kühlkette auch während einer achtstündigen Schicht im Winter gut bewältigt werden kann.

Schritt 4: Ende der Schicht und Regeneration – Verlassen des Tiefkühlbereichs und Gesundheitsvorsorge

Das Ende der Schicht bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Mitarbeiter die Halle sofort verlassen. Um starke Temperaturwechsel zu vermeiden, durchlaufen sie zunächst einen Übergangsbereich und gewöhnen den Körper schrittweise wieder an die Raumtemperatur. Anschließend geben sie ihre mobilen Arbeitsgeräte an den vorgesehenen Ladestationen ab. Feuchte Arbeitskleidung wird in professionellen Trockenkammern getrocknet.

Regelmäßige Arbeit bei niedrigen Temperaturen kann den Energiebedarf des Körpers erhöhen, da dieser kontinuierlich Energie für die Wärmeregulation benötigt. Eine bewusste Regeneration nach der Arbeit sollte daher folgende Punkte berücksichtigen:

  • Ausgewogene Ernährung: Mahlzeiten mit komplexen Kohlenhydraten, hochwertigem Eiweiß und gesunden Fetten unterstützen die Regeneration und helfen dabei, die Glykogenspeicher wieder aufzufüllen.
  • Schutz und Pflege der Haut: Reichhaltige Schutzcremes für Gesicht und Hände können die Haut vor dem Austrocknen und vor kleinen Rissen schützen, die durch trockene, kalte Luft entstehen können.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ausgewogene Versorgung mit Mikronährstoffen: Ausreichendes Trinken sowie eine bedarfsgerechte Versorgung mit Elektrolyten und wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen unterstützen die normale Funktion des Körpers.

Langfristige Perspektive: Gewöhnung an die Kälte, finanzielle Zuschläge und Aufstiegsmöglichkeiten

Mit zunehmender Erfahrung fällt die Arbeit in temperaturgeführten Lagern vielen Beschäftigten leichter. Der Körper gewöhnt sich schrittweise an die Arbeitsbedingungen, während die anfängliche Belastung durch die Kälte zunehmend einer festen Routine weicht.

Darüber hinaus kann die Arbeit im Kühlhaus mit verschiedenen finanziellen Vorteilen verbunden sein:

  • Kältezuschläge: Je nach Land, Tarifvertrag, Arbeitgeber und Arbeitsvertrag können für Tätigkeiten unter erschwerten Temperaturbedingungen zusätzliche Zuschläge gezahlt werden. Die konkrete Höhe hängt von den jeweiligen Beschäftigungsbedingungen ab.
  • Leistungsprämien: Eine zuverlässige und fehlerfreie Kommissionierung von Lebensmitteln kann durch monatliche Leistungs- oder Produktivitätsprämien zusätzlich vergütet werden.
  • Konkrete Aufstiegsmöglichkeiten: Erfahrene Mitarbeiter können sich beispielsweise zum Reach-Truck-Fahrer, Qualitätskontrolleur, Schichtkoordinator oder Ausbilder für neue Mitarbeiter weiterentwickeln.

Fazit: Ist die Arbeit im Kühlhaus im Ausland für jeden geeignet?

Eine gut organisierte Tätigkeit im Kühlhaus im Ausland kann im Logistikbereich finanziell attraktiv sein. Entscheidend sind jedoch die Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften und eine ausreichende Regeneration. Die Arbeit bei niedrigen Temperaturen erfordert Disziplin, eine gute körperliche Verfassung und die Eignung für die jeweiligen Arbeitsbedingungen.

Im Gegenzug können attraktive Verdienstmöglichkeiten und klar geregelte Pausen geboten werden. Ein professionell organisierter Arbeitsplatz sorgt außerdem für stabile Arbeitsbedingungen und mehr Sicherheit bei der täglichen Arbeit. Eine Beschäftigung in ausländischen Kühl- und Tiefkühllagern kann daher eine interessante berufliche Option sein.

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FAQ

1. Wie sieht die Arbeit im Kühlhaus im Ausland aus?

Die Arbeit im Kühlhaus umfasst vor allem die Kommissionierung von Bestellungen, das Scannen von Produkten, die Qualitätskontrolle, die Vorbereitung von Paletten sowie das Be- und Entladen von Waren. Je nach Art des Lagers arbeiten Beschäftigte bei Temperaturen von einigen Grad über null bis hin zu etwa -25 °C.

2. Wie kann man sich auf die Arbeit bei niedrigen Temperaturen vorbereiten?

Entscheidend ist die richtige Thermokleidung. Sie sollte aus mehreren Kleidungsschichten, warmen Handschuhen und isolierendem Schuhwerk bestehen. Außerdem sind eine ausreichende Regeneration, genügend Flüssigkeit und ein guter Hautschutz wichtig.

3. Ist die Arbeit im Kühlhaus schwierig?

Die Arbeit im Kühlhaus kann körperlich anspruchsvoll sein. Gründe dafür sind die niedrigen Temperaturen, das Tragen von Schutzkleidung und wiederkehrende Arbeitsabläufe. Eine gute Arbeitsorganisation, regelmäßige Aufwärmpausen und eine entsprechende Vorbereitung erleichtern jedoch die Gewöhnung an die Bedingungen.

4. Wird die Arbeit im Kühlhaus im Ausland besser bezahlt?

Das Gehalt hängt vom Land, der Position, dem Arbeitgeber und dem jeweiligen Vergütungssystem ab. In einigen Stellenangeboten können für die Arbeit bei niedrigen Temperaturen zusätzliche Zuschläge sowie Leistungsprämien vorgesehen sein.